Countdown
Düüüt, düüüüt, wir unterbrechen das Programm für eine wichtige Durchsage:
Stellt schonmal den Sekt kalt, legt die Füße hoch und wärmt die Maus an!
10 ... 9 ... 8 ... 7 ... 6 ... 5 ... 4 ... 3 ... 2 ... 1
Kommentare (feed)
Düüüt, düüüüt, wir unterbrechen das Programm für eine wichtige Durchsage:
Stellt schonmal den Sekt kalt, legt die Füße hoch und wärmt die Maus an!
10 ... 9 ... 8 ... 7 ... 6 ... 5 ... 4 ... 3 ... 2 ... 1
Kommentare (feed)
Lieber r0ssi, vielleicht hilft Dir ja ein weiteres Urlaubsschuhbild, die Malaise zu überwinden? Allein am Strand ist eh langweilig ...
Sonne!
30°!
Wackelpudding zum Frühstück! Wackelpudding!
Und das Beste: Urlaub!
würde ich jetzt twittern, daß ich gerade (Blatt)Salat esse, und dazu die essentielle Frage stellen: "Kann man Salat auch in Würde essen?"
Da ich aber nicht twittern tu, sondern vorm Rechner hocke und meine Tastatur vollsprötze, tipp ichs einfach ein. Macht ja auch Spaß, und die Tasten passen besser zu meinen Wurstfingern als die kleinen Handyknöpfel.
Nachtrag: Ich würde außerdem aus aktuellem Anlaß twittern, daß Menschen aus Hamm wohl so richtig cool sein müssen, ich beneide sie, denn sie sind alle Hammer!
Um 12 nochmal weg, ins Partyviertel von Schöneweide, will heißen: 2 Dönerläden mit Discobeschallung samt Glitzerkugel, abgehalfterte Thekenschlampen und Berufsalkis sowieso, besoffene Gören unterwegs und die Ampelphase gilt nur für Weicheier. Endlich angekommen in der BillYardFabrik, froh, die dämlichsten Mitbürger hinter sich gelassen zu haben, tauchen neue Probleme auf. Der Typ von gegenüber glotzt mich die ganze Zeit an. Liegt es an meiner Jeans, die nur noch bedingt jugendfrei an mir herunterschlackert? Ich glaub, ich habe abgenommen, aber bei so widerlichen Gaffern freut mich das auf einmal gar nicht mehr, muß ich doch jeden Moment befürchten, daß ich mich allzu sehr entblöße. Vielleicht liegt es ja an meinem schwarzen engen Shirt? Hey, daß ich mit meinem Freund und 4 anderen Jungs hier bin, stört den gar nicht. Ich seh dich gar nicht, du Typo! Es gibt Männerblicke, die machen, daß ich mich begehrenswert und schön fühle, und es gibt Männer, die so durch Kleidung hindurchzusehen scheinen, daß ich mich nackt und schutzlos fühle, und das ist kein gutes Gefühl. Überhaupt, was sind denn heute für Leute hier? Außer mir um 12.30 nur noch ein anderes Mädchen, sonst mehr oder weniger angesoffene Kerle, die laut sind und grob und verzweifelt locker und witzig. Das Mädel, hhm, die wird auch angegafft, von dem Kumpel "meines" Gaffers. Sie sieht dümmlich aus, spricht zu laut, ihr Hose sitzt zu tief, die Haare sind zu blond, gekreppt, aber angestarrt wird sie wie ich. Wirke ich auch billig? Auf dem Weg zur Toilette versuche ich, möglichst souverän zu wirken. Wenn ich mir das vornehmen muß, funktioniert es sowieso nicht. Kurz vor zwei: Ich will nach Hause, alles zu laut hier, zu viel, zu anstrengend.
Mein Nachtleben.
Live-Bloggen ist schwer in Mode, da bin ich mal trendy und mach mit. Ich hab mir heute ein ganz besonderes Venue ausgesucht, um alle an den aufregenden Ereignissen hier teilhaben zu lassen: meinen Balkon! (11:01)
Um zuerst mal männliche Phantasien anzuheizen: Ich bin direkt aus dem Bett auf die Liege auf dem Balkon gefallen, Julie, wie Gott sie schuf und H&M sie verhüllte, an den strategisch wichtigen Stellen. Denn leider wohnen schräg über uns Typen, die 1.) einen guten Blick auf unseren Balkon haben und 2.) nicht verdient haben, besagte strategisch wichtige Stellen unverhüllt zu sehen.
Man entschuldige bitte etwaige Rechtschreibfehler, aber die Ereinisse hier auf dem Balkon überschlagen sich geradezu, eben kam mich ein Spatz besuchen, dem muß ich mich erst widmen, da ich befürchte, mein Tippen vertreibt ihn. Gleich geht`s weiter! (11:05)
So, ich hab mir ein Eis geholt, nachdem der Spatz keine Anstaltem macht, nochmal vom Fensterbrett unserer Küche auf die Blumenkästen herüberzuhüpfen, wo ich ihn sehen kann. Blöder Spatz, in den Blumenkästen findest du frisch gestreute Blumensamen, aber wer nicht will ... Was für Eis? Magnum Moments, und weil das nicht reicht, noch ein Wassereis. Hey, es ist Sommer! Ich dreh mich mal auf den Rücken, da tippt es sich nur leider nicht so gut, aber ich berichte natürlich weiter, wenn etwas Aufregendes passiert! Stay Tuned! (11:11)
Oouuuhhhhhhhh: Eingeschlafen! (11:23)
Back on my ass, will meinen: Jetzt sind die Beinchen dran, nachdem ich mir gut den Rücken angesengt habe und die Sonne soweit rum ist, daß es nicht mehr für Ganzkörperbestrahlung reicht. Der Spatz war wieder da und hat geflirtet mit seiner Spatzin, schnäbel schnäbel. (11:29)
Weggesifft und aufgeschreckt - hat man denn hier gar keine Ruhe? Da brüllt wieder der Pöbel von unten rechts: "Du mieses Stück Scheiße, ich schlag dir den Schädel ein!"
Hab ich erwähnt, daß Schöneweide mal "Slums von Berlin" genannt wurde? Hat jemand den Mittelteil von "Mein Berlin" noch im Gedächtnis? Aber so dramatisch, wie das jetzt klingt, ist es nicht, die beiden haben besäufnisbedingt grade noch genug Kraft, um irgendetwas aus dem Fenster zu schmeißen und so jemand anderem wehzutun, für Schläge reicht es nicht mehr. Ich hab die beiden öfter im Dönerladen ums Eck gesehen, eigentlich haben die sich lieb ... und nehmen sich beide nichts. Sie: "Komm doch her du Waschlappen mit deinen Warzen auf ... " an dieser Stelle möchte ich wegblenden, meine Phantasie geht mit mir durch, so daß ich wünschte, ich würde nicht immer gleich alles bildlich vor mir sehen. Oh, jetzt streiten sie drin weiter, wohl im Wohnzimmer. Ruhe. Schön! (11:40)
Sonne weg, Hautkrebs, ich komme (allein den Rücken eincremen macht sich echt prima ...), wird langsam kalt hier, danke für Ihre Aufmerksamkeit, ich bin raus, ist ja nichts los hier ... (11:55)
Es ist ja jetzt schon wieder einige Tage her, daß ich Built To Spill und Kate Mosh im Postbahnhof gesehen habe, daher nur einige kleine Impressionen:
Kate Mosh klingen wie die kleinen Brüder von The Notwist, nur daß sie nicht an die Computer dürfen und etwas wilder sind. Und sie waren anfangs extrem verunsichert, haben sich dann aber gemacht. Das war so Kopfhörermusik, vorm Einschlafen weiche Indiemelodien mit vielen Ausbrechern ins Rockige, insgesamt war's aber schön, ich werde da auf jeden Fall dranbleiben.
Ja, und dann Built To Spill. Man muß wissen, daß dieses Konzerterlebnis ein Geburtstagsgeschenk meines besten Freundes war, der meinem Musikgeschmack bisher immer getraut hat. Das wird sich nun wohl ändern ... Die "You In Reverse", das letzte Studioalbum von BTS hatte ihm ja schon nicht so zugesagt, aber als Freund ist man da schmerzfrei, schließlich: Versprochen ist versprochen. Ihm schwante allerdings schon Übles, als die Herren die Bühne betraten: "Die sehen alle aus, als hätten sie kein Zuhause" - na, und so haben sie denn auch gespielt, so, als hätten sie keine Heimat in die es sich lohnen würde zurückzukehren.
Kein Song unter 7 Minuten! Keiner!
Und die Zugabe: 15 Minuten! Ein Song!
Wo der Haynes doch so auf knackigkurze Rock/Popsongs steht. Ich liebe es ja, wenn eine Melodie ausgewalzt wird, nochmal und nochmal, dann geht ein Song in den anderen über, so wie zum Beispiel bei Masters of Reality, irgendwann Ende der Neunziger, und am Ende hatten sie es geschafft, fast eine halbe Stunde durchzuspielen. So auch BTS. Haynes neben mir sah immer leidender aus, konnte sich das Gähnen nicht verkneifen, bekam ganz kleine Augen und sah aus, wie ein kleiner Junge, der nur noch ins Bettchen will. Hab ich heimlich beobachtet. Denn immer wenn ich ihn direkt angeschaut habe, hat er mir aufmunternd zugenickt und so getan, als hätte er Spaß. Ich bekomme ein ganz schlechtes Gewissen, wenn ich daran denke ....
...
not!
Also, wer die Chance hat, Built To Spill live zu sehen und sich von ihnen in Trance spielen lassen möchte, nutze die Gelegenheit, denn erstens waren die Tickets mit 18€ wirklich recht billig, und zweitens war das Konzert bei weitem nicht ausverkauft, in anderen Städten dürfte es ähnlich aussehen.
Auf meinem Balkon blühten letztes Jahr viele viele Blumen: Wandelröschen, Duftsteinrich, Elfenspiegel, Kapuzinerkresse, Zwergmargariten, Sammetblumen, Sommerjasmin, der so lange Ausläufer hatte, daß der Nachbar von unten sie von seinem Balkon aus anfassen konnte, Männertreu, Astern, Kornblumen, eine Mohnblume und noch einige mehr, deren Namen ich nicht weiß. Als der Herbst kam, habe ich zugeschaut, wie sie alle verwelkten, bis auf die Koniferen sind alle eingegangen, vertrocknet und erfroren. Dieses Jahr hat mich der Frühling überrollt, ich habe noch keine Zeit gefunden, mich um den Balkon zu kümmern, außerdem steht dort immer noch die Nähmaschine meiner Omi. Aber vielleicht ist es mit den Blumen wie in dem Bibelspruch von den Vögeln, die sich nicht sorgen um ihre Speise für den nächsten Tag, sie fliegen einfach umher und sind froh, es wird schon weitergehen.
Auf meinem Balkon blühen gerade wieder Blumen. Ich habe nichts für sie getan, sie nicht gesät und nicht gegossen, aber sie sind da und erfreuen mich.
Powered by kulando