Gruppentherapie oder Warum bloggen so verdammt glücklich macht
Spreeblick-Malte hat mal in einem Kommentar geschrieben, daß Bloggen das Zeug zur Intellektuellen-Soap hat, besonders, wenn man die Leute persönlich kennt. Es ist ja auch wie in einer guten Soap: Es gibt die Yvonne Catterfelds und Andreas Elzholzens (Wann habe ich das letzte Mal eine Soap verfolgt?), junge hübsche Menschen machen so crazy Sachen, es gibt Action und Drama und ganz viel Gefühl, jeden Tag ist was Neues los, es kann nie abgedreht genug sein und wenn man mal einen Tag nicht nicht guckt, hat man schon was verpaßt. Am Ende ist es wie mit dem BRAVO-Lesen: Selbst wenn man noch nie Sex hatte, weiß man doch hinterher, daß es egal ist, ob man einen schiefen Schwanz hat oder eine Brust größer ist und daß man vom Küssen nicht schwanger wird.
Und mal ehrlich: Die tägliche Dosis Soap machte verdammt
glücklich.
Auf Fantreffen schließlich (Trekkies haben das, GZSZ-Fans, und ja, Blogger auch) lernt man andere kennen, die mit Johnny und dem Don oder Mercedes leben. Nur: Hier darf man sogar selbst mitmachen. Und das nicht nur auf einem nachgestellten Konzert, wo man am Wandertag Publikum spielen muß (Rosenstolz-Gig für GZSZ, weil ein Produktionsassi der Schwiegersohn unseres Physiklehrers war. Und ich als harte Rockerbraut - damals hatte ich noch Dreadlocks - mußte ganz vorne stehen, damit es authentisch wirkt. Seit wann sind denn bitte Rastas bei Rosenstolz authentisch? Aber egal ...). Bei Bloggern werden halt nur statt Autogrammen Streicheleinheiten an Iros verteilt, hach, was war das kuschlig (letzte Worte zur re:publica, versprochen)!
Jetzt werd ich schon wieder sentimental ...
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Mal im Ernst: So hanebüchen wie in Seifenopern sind die Stories in Blogs zum Glück nicht, wenn etwas wirklich absurd ist, dann hat doch meist das Leben die Geschichte geschrieben, und es schreibt nicht nur Geschichten mit Happy End. Und wenn jemand stirbt, taucht er auch nicht zwei Monate später in einer anderen beknackten Serie wieder auf. Der Großteil der Emotionen hier ist echter als im TV, auch wenn Unkundige zuweilen behaupten, daß kein Medium unpersönlicher wäre als das Internet. Das stimmt einfach nicht. Wenn ein bewegendes Thema angeschnitten wird, dann bringt das andere zum Nachdenken über ihre eigenen Erfahrungen, und es folgt keine Werbung, die einen wieder rausreißt und verkündet, daß die neue Verliebt in Berlin-Kollektion im Sat1-Shop erhältlich ist. Ich muß nicht cool sein, das können andere besser, aber ehrlich, das zählt. Und ehrlich und packend ist doch verdammt vieles im Netz, auch wenn böse Zungen (statistisch untermauert (?)) behaupten, der Kommerz würde alles unterwandern und schließlich gewinnen. Das ist dann eine andere Schiene, eine andere Motivation, die bestimmte Leute antreibt. Manche - ich auch - sind regelrecht erleichtert, wenn zufällig etwas hochgespült wird, das lange verdrängt wurde, dann schreibt man etwas dazu, weil man nicht gut darüber reden kann, bekommt ein paar warme Worte und fühlt sich schon ein wenig leichter.
Gruppentherapie eben. Oder: Die bessere Soap.


Ähm... Du hattest also auch bei Herrn Goldstein Physik?? Dann weiss ich ja jetzt, auf welcher Schule Du warst :) Ich war bei dem "Konzert" nämlich auch. :) Aus dem selben Grund.
geschrieben von robert — 22 Apr 2007, 16:56
Welcher Robert bist Du denn? Der, der neben Sabine gesessen hat in Englisch?
Das ist ja toll, Dich so wiederzu"treffen"! (Naja, und ein wenig peinlich, aber bei diesem Peinlich-Dings, da denk ich dann immer irgendwann: "Scheiß doch drauf!")
geschrieben von julieparadise — 22 Apr 2007, 17:01
Du kommst in meine Blogroll, sag ich Dir!
geschrieben von julieparadise — 22 Apr 2007, 17:03
Alles richtig. Sabine und Englisch :) Wenn Du mir jetzt noch kurz auf die Sprünge helfen könntest, wo ich Dich hinstecken soll :) (Gerne auch per Mail...) Die Dreadlocks machen mich unsicher ;)
geschrieben von robert — 23 Apr 2007, 01:20